HIGHSPEED INTERNET FÜR BRAUSESTÄBCHEN

Eine Kult-Süßware in der digitalen Ära

Seit fast 70 Jahren haben Sadex-Brausestäbchen ihren festen Platz in Deutschlands Süßwaren-Regalen. Das Geheimnis? Hinter den Traditions-Stäbchen steckt zukunftsgewandte Unternehmensführung.

Lesedauer: ca. 4 Minuten
 

Haben Sie nicht so viel Zeit? Kein Problem: Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

  • Im schwäbischen Winnenden werden seit Jahrzehnten täglich 1,5 Tonnen Brausestäbchen hergestellt.

  • Überwacht und gesteuert wird die Produktion aus dem westfälischen Nordkirchen.

  • Ohne Internet wäre das nicht möglich.

  • Nordkirchen war noch bis 2017 ein so genannter Whitespot. Nach dem Netzausbau durch Unitymedia kann dort bis zu 400 Mbit/s im Download gesurft werden – ein enormer Standortvorteil.

  • In unserem Whitepaper erfahren Sie mehr über das Thema Netzausbau und die Unterschiede zwischen DSL und Kabel.

 

Wie die Brausestäbchen die digitale Unternehmensführung anstießen

Seit fast 70 Jahren haben Sadex-Brausestäbchen ihren festen Platz in Deutschlands Süßwaren-Regalen. Das Geheimnis? Hinter den Traditions-Stäbchen steckt zukunftsgewandte Unternehmensführung.

Zu Gast im Sadex-Werk in Winnenden: Kaum im kleinen Produktionswerk angekommen, betäubt ein intensiver Geruch alle Sinne. Es duftet nach süß-saurer Himbeere, nach Apfel und Zitrone, aber auch nach Kindheit und Nostalgie. Schwere Metallpressen formen hier Brausepulver zu zuckersüßen Drops, etwa in Herz-, Taler- oder Bärchenform. Das berühmteste Format ist jedoch das Brausestäbchen – ein echter Superlativ, denn es ist das längste der Welt. Wieviel Digitalisierung hinter ihrer Fertigung steckt, fällt beim Anblick der alten Maschinen gar nicht auf.

 

HighSpeed Internet für die Süßwarenproduktion

Etwa 1,5 Tonnen der bunten Brause verlassen das schwäbische Werk täglich. Überwacht und gesteuert wird die Produktion allerdings rund 350 Kilometer weiter nordwestlich in der Top-Sweets-Zentrale in Nordkirchen bei Münster. „Von dort aus entwickeln, produzieren und vertreiben wir insgesamt 400 Zuckerartikel“, so Geschäftsführer Dennis Schreinemacher bei seinem Rundgang durchs Werk. „Während wir unsere Brausestäbchen in Eigenproduktion fertigen, geben wir Kaugummis, Bonbons oder etwa Lutscher mit Augmented-Reality-Technologie bei externen Produzenten in Auftrag.“

Dank schneller Internetverbindung ist Distanz zu den Produktionsstätten für den Top-Sweets-Chef kein Hindernis mehr: „Unsere Server, Warenwirtschaftssysteme, sämtliche Prozesskontrollen laufen per Standleitung über unseren zentralen Standort, können aber auch gleichzeitig in Echtzeit von anderen Produktionssitzen abgerufen werden.“

„Die großen Handelsunternehmen werden auch immer zentralisierter. Da wollen wir als mittelständischer Betrieb mithalten.“

Top-Sweets-Chef Dennis Schreinemacher

 

Top-Sweets-Chef Dennis Schreinemacher

Portrait des Präsidenten der Hochschule Fresenius, Prof. Engelsleben.

Hochschulpräsident Prof. Engelsleben sieht in der Digitalisierung viele Chancen für die Hochschule von morgen.

SADEX Brausestäbchen Verpackung

Hier trifft Bewährtes auf Moderne: Schnittstellen im Sadex-Werk

Zurück in Winnenden erzählt Produktionsleiter Holger Loch von seinen ersten Erinnerungen im Brausewerk: „Ich bin mit den Stäbchen aufgewachsen. Schon als kleiner Bube habe ich mir hier und da eins vom Band stibitzt.“ Seither habe sich am Produktionsapparat quasi nichts verändert, so der 57-jährige. Damals wie heute beginnt alles mit der Anlieferung von handelsüblichem Zucker in großen Silos.

Zunächst mahlt eine Mühle den Zucker auf Puderzuckerniveau. In Mischgeräten werden Farbstoff, Natron, Weinsäure, Magnesium und Maisstärke hinzugefügt. Ein Gelatine-Zusatz ermöglicht, dass sich die Stäbchen überhaupt erst zerkauen lassen. Gepresst wird dann unter vier Tonnen Druck mit Exzenter-Pressen, die ursprünglich für Arznei-Tabletten konzipiert wurden. Fast vollautomatisch, mit etwas Hilfe von Menschenhand, gelangt die Brause in ihre sogenannten „Häuschen“. Soweit zum traditionellen Teil. Welchen Weg welche Palette dann einschlägt, gibt heute das digitale Warenwirtschaftssystem aus Nordkirchen vor. Und nicht nur das.

HighSpeed statt Whitespot - Internetausbau mit Unitymedia

Doch je digitaler die Prozesse, desto notwendiger wird auch eine verlässliche Datenverbindung – in Nordkirchen bis vor kurzem noch ein echtes Problem: Bis 2017 gehörte die Gemeinde zu Deutschlands sogenannten „Whitespots“, ländlichen Gegenden also, in denen Bewohner und Unternehmer nur schlechten Internetzugang haben. Wegen der langen Leitungen und geringen Abnehmerzahlen lohnt sich der Ausbau hier für viele Internetanbieter nicht.

Schreinemacher erinnert sich: „Die Internet-Situation bei uns in Nordkirchen war katastrophal. Wir hatten bis zu sieben DSL-Leitungen mit je 16 Mbit/s. Oft konnten unsere 25 Vertriebs-Mitarbeiter unterwegs keine Daten oder E-mails abrufen. Im Büro waren Webseiten nicht mehr verfügbar, wenn gleichzeitig eine Datenübertragung lief.“ Dann nahm sich Unitymedia der Region an und investierte 12 Millionen in den Ausbau der Glasfasernetze. Seither surfen Bewohner und Unternehmen wie Top Sweets mit Hochgeschwindigkeit von bis zu 400 Mbit/s im Download.

 

5 Fakten zum Internetausbau in Nordkirchen

  • Flächendeckende Internetversorgung in der Gemeinde
  • Etwa 10.000 Haushalte surfen inzwischen mit HighSpeed 
  • Hochwertige Fiber-to-the-Building: Glasfaser bis ins Gebäude 
  • Zugang zum leistungsfähigsten Breitbandnetz in Europa 
  • 630 Kilometer Glasfaserkabel auf 178 Kilometer Trasse
Baggerfahrer beim Internetausbau in Nordkirchen
 
Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann

Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann

Portrait des Präsidenten der Hochschule Fresenius, Prof. Engelsleben.

Hochschulpräsident Prof. Engelsleben sieht in der Digitalisierung viele Chancen für die Hochschule von morgen.

HighSpeed Internet ist neuer Standortfaktor Nummer eins

Manuel Lachmann erinnert sich an Internet-Szenarien wie die des Top-Sweets-Chefs. Vor dem Glasfaserausbau in Nordkirchen und Ascheberg kam teilweise nur ein Mbit aus der Leitung – mal auch nichts. Für Unternehmer nicht tragbar. Der Wirtschaftsförderer erklärt: „Meine Aufgabe ist es, in den Gemeinden gute Wirtschaftsbedingungen zu sichern. Und da ist die Bandbreite einfach zum entscheidenden Kriterium avanciert.“ 

Baufortschritt Februar 2017
Baufortschritt Mai 2017
Baufortschritt November 2017
Baufortschritt April 2018

Baufortschritt beim Glasfaserausbau in Nordkirchen und Ascheberg

Portrait des Präsidenten der Hochschule Fresenius, Prof. Engelsleben.

Hochschulpräsident Prof. Engelsleben sieht in der Digitalisierung viele Chancen für die Hochschule von morgen.

Eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik im Auftrag der KfW belegt: Zugang zu leistungsstarkem Breitband ist der wichtigste Standortfaktor der Zukunft und Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit ganzer Regionen. Kaum hatte Unitymedia die ersten 500 Haushalte angeschlossen, bemerkte Lachmann bereits, wie die Anfragen von Unternehmen stiegen. „Gerade junge Start-ups zeigen nun Interesse. Für sie sind unsere Gemeinden eine tolle Alternative zur Stadt. Die Mieten sind sehr viel günstiger als etwa in Münster.“ Fruchtbarer Boden für Gründer.

 

Fazit des Geschäftsführers

Zurück in Winnenden. Dennis Schreinemacher verabschiedet sich von Produktionsleiter Loch und macht sich auf den Rückweg nach Nordkirchen. Das Fazit des heutigen Besuchs: Die Produktion läuft, das Geschäft auch. Wo die Reise mal hingehen soll? Der Geschäftsführer: „Ich möchte unser Exportgeschäft noch weiter ausbauen, sodass man unsere Produkte auch im Ausland kennt und wertschätzt.“ Ein sympathisches Vorhaben. Immerhin handelt er mit der süßesten Sache der Welt.

 

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Lesen Sie auch unser Whitepaper zum Thema "Breitband-Internet über Kabel oder DSL? Der große Vergleich."

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