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Klug, klüger, KI

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit in aller Munde. Doch bietet sie auch der Wohnungswirtschaft einen Mehrwert?

Kleine Roboter versinnbildlichen die Künstliche Intelligenz auch in der Wohnungswirtschaft.

Damit smarte Anwendungen vertraut oder sympathisch wirken, werden ihnen menschenähnliche Züge verliehen. 

Donnerstagabend, 22 Uhr: Im Treppenhaus geht die Beleuchtung nicht mehr an. Statt zu versuchen, den Verwalter telefonisch zu erreichen, loggt sich der Mieter per Smartphone in die Mieter-App ein und meldet die Störung im Chatfenster. Kurz darauf erhält er eine Antwort - von einem Chatbot. Er informiert nicht nur dem Mieter, sondern benachrichtigt sowohl den Hausverwalter als auch einen Elektriker. Sind die Lampen wieder in Gang, informiert er den Bewohner.

Chatbots gehören in der Mieterkommunikation zwar noch nicht zum Standard, ihr Einsatz nimmt aber zu. Der Vorteil liegt auf der Hand: Während der Verwalter vielleicht nicht immer erreichbar ist, nimmt der Chatbot an jedem Wochentag rund um die Uhr die Schadensmeldung entgegen. Ein verbindlicher, zeit- und ortsunabhängiger Bewohnerservice.

Der Experte von tarent solutions spricht über Künstliche Intelligenz

Chatbots und die künstliche Intelligenz

Bei Chatbots handelt es sich wie bei allen Formen der Künstlichen Intelligenz (KI) erst einmal schlicht um einen Algorithmus. Von den superintelligenten Robotern aus Filmen und Büchern sind wir aber noch weit entfernt. „KI heute kann ausschließlich einzelne Dinge sehr gut, zum Beispiel Schach spielen, Bilder oder Sprache erkennen“, so Dr. Dietrich Wettschereck von tarent solutions GmbH. „Ein System, das gut Schach spielen kann, beherrscht allerdings die Bilderkennung nicht und umgekehrt. Es handelt sich um rein singuläre Begabungen.“ 

Zudem gelte das Moravec’sche Paradox: Dinge, die dem Menschen leichtfallen, sind für die KI nur schwer zu meistern und umgekehrt. Ein Roboter kann zwar 24-stellige Zahlen multiplizieren, hat aber z. B. große Schwierigkeiten, einen Kugelschreiber zu greifen. Dennoch können smarte Sprachassistenten äußerst nützlich sein; außerdem gehört der Umgang mit KI schon heute zu unserem Alltag, etwa durch Nutzung von Spracherkennungssystemen wie Siri, Alexa und Co. 

KI in der Wohnungswirtschaft

Auch in der Wohnungswirtschaft entwickelt sich KI zu einer wichtigen Technologie. Bei der LEG Immobilien AG wird das Forderungsmanagement seit August 2018 durch den Buchungsroboter „Easy“ unterstützt, einer Vorstufe von KI. Das Tool verarbeitet monatlich fast 200.000 Soll-Stellungsbelege. Dadurch gewinnen die Mitarbeiter mehr Zeit, sich um komplexere Kundenanliegen zu kümmern. 

"Wenn früher noch für monotone Buchungen vier Tage gebraucht wurden, kann dieselbe Arbeit heute dank des Roboters in ein paar Stunden erledigt werden."

- Katja Stiefenhöfer, Abteilungsleiterin Forderungsmanagement LEG Wohnen Service GmbH 

Dort hören die Einsatzmöglichkeiten aber nicht auf. So werden im Sicherheitsbereich Anwendungen entwickelt, die das Hauspersonal automatisch erkennen und zu vorgegebenen Uhrzeiten eigenständig ins Haus lassen. Auch kann durch die automatisierte Aufzeichnung und Analyse von Verbrauchsdaten Strom- und Gasverbrauch optimiert und die vorausschauende Wartung von Geräten ermöglicht werden. Die Automatisierung führt zu Personalentlastung, zu besserer Effizienz und optimierten Prozessen. Dass KI uns bald dominieren wird, bezweifelt Dr. Dietrich Wettschereck: „Wir werden noch lange ausschließlich mit schwacher KI in Form cooler Einzellösungen arbeiten. Androiden, mit denen man vernünftig sprechen kann und die zudem noch Kuchen backen können, werden frühestens in 50 Jahren vollständig entwickelt sein.“

Glossar

DEEP LEARNING, ein Teilbereich des Maschinellen Lernens, ist eine Methode der Informationsverarbeitung. Sie basiert auf neuronalen Netzen und umfasst Lernmethoden, die sich an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns orientieren.

MASCHINELLES LERNEN, im Englischen Machine Learning, nutzt Algorithmen, um große Datenmengen zu analysieren und daraus zu lernen. Anschließend kann die Maschine Muster in den Daten erkennen, Prognosen und Entscheidungen treffen.

KÜNSTLICHE NEURONALE NETZE sind ein Anwendungsfall des Maschinellen Lernens. Sie sind vom menschlichen Gehirn inspiriert und bestehen aus vielen Schichten und Verbindungen, durch die die Daten zur Analyse geleitet werden.

© Unitymedia

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