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Wie alltagstauglich ist das Smart Home?

Verbraucher können heute aus einer Vielzahl von Smart-Home-Lösungen wählen. Doch sie zögern, ihre Wohnung intelligent zu vernetzen. Woran liegt das? Der BVDW geht davon aus, dass Smart-Home-Beispiele wie der clevere Kühlschrank von vielen nur als Spielerei für Technik-Fans wahrgenommen werden. Dabei gibt es konkrete, alltagstaugliche Anwendungsbeispiele.

Smarthome

Zwar zählt fast die Hälfte der Deutschen (43 Prozent) Smart Home zu den Trends, die künftig großen Einfluss auf ihr Leben nehmen werden. Bei einer Befragung 2016 gaben aber nur sechs Prozent an, die Technologie auch schon zu nutzen. Laut dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) liegt die Zurückhaltung an einer falschen Vorstellung vom Smart Home. In seinem neuen Leitfaden „So gelingt der Durchbruch zum Smart Home“ macht der Verband wenig hilfreiche Vorzeigebeispiele wie die Spülmaschinen-App für die Situation mitverantwortlich. Der Mehrwert werde nicht klar, wenn man bedenke, dass jemand die Spülmaschine auch befüllen muss. Anwender wollten vielmehr wissen: „Was bringt mir das Smart Home?“ Und: Ist das nicht teuer, unsicher und rechtlich undurchsichtig?

Nutzen statt Spielerei

Anwendungen, die den Alltag erleichtern, Komfort bieten oder Energie sparen, gibt es heute zahlreich. So drosseln smarte Thermostate die Temperatur, wenn niemand im Raum ist – und starten die Heizung, wenn der Nutzer das Signal via App gibt. Sensoren warnen per Handy-Nachricht vor ungebetenen Gästen, Rauchmelder schlagen am Handy Alarm. Sprachassistenten lesen die Nachrichten vor. Und der smarte Fernseher lädt die Lieblingssendung im Streamingdienst und synchronisiert das Licht mit dem Bildschirm.

Datenschutz und Widerrufsrecht stärken Verbraucher

Natürlich hat das seinen Preis, doch der Vergleich Kosten-Nutzen lohne sich in Anbetracht fallender Preise für Sensoren und des mobilen Internets, so der BVDW. Auch Sicherheitsrisiken lassen sich mit entsprechenden Vorkehrungen reduzieren. Die Datenschutzbestimmungen in Deutschland sind hoch und gelten auch für das Smart Home. Zugangshürden und Identifizierungscodes bieten zusätzlichen Schutz. Als Mindestanforderung kann zudem das für den IT-Schutz adaptierte CE-Kennzeichen herangezogen werden. Rechtlich steht das Smart Home ebenfalls nicht auf Sand. Denn Sdas gesetzlich geregelte Widerrufsrecht findet auch bei Onlinebestellungen mit Google Home oder dem Amazon Dash Button Anwendung und schützt den Kunden beispielsweise vor ungewollten Käufen.

Den BVDW-Leitfaden „So gelingt der Durchbruch zum Smart Home!“ finden Sie hier.

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